Hybridstrategie

Diamantbericht...Die Rede von Rolex-CEO Jean-Frédéric Dufour auf der Dubai Watch Week 2025 unterstrich die Bedeutung der Kundenbindung und warnte davor, den Handel zu anonymisieren, wie es seiner Meinung nach in der Automobilbranche geschehen sei. Dies könnte man als Signal verstehen, dass Rolex eine komplette Abkehr von den mittelständischen Juwelieren und den Wechsel zu einem reinen Monobrand-Konzept wie bei Swatch (z.B. Omega-Boutiquen) vermeiden will. Allerdings spricht die Strategie, die Rolex faktisch verfolgt, eine andere Sprache. Die Übernahme von Bucherer und die gleichzeitige Kündigung von Konzessionen, insbesondere bei Händlern in kleineren Städten, zeigen einen klaren Drang zur Vertikalisierung und stärkeren Kontrolle. Ich glaube, Rolex steuert auf eine Hybridstrategie zu: Die Marke wird ihren Kreis autorisierter Händler drastisch verkleinern und sich von vielen kleineren Partnern trennen. Die verbleibenden Großkonzessionäre (wie Wempe oder der eigene Bucherer-Kanal) werden jedoch weiterhin eine wichtige Rolle spielen, da Rolex die enorme Logistik und Kundenreichweite nicht komplett alleine stemmen kann. Die Zukunft der Rolex-Distribution liegt in weniger, aber dafür größeren und Verkaufsstellen. Für viele Juweliere, insbesondere in kleineren Märkten, bedeutet dies jedoch das Ende der Rolex-Ära. Die Marke zieht den Kreis enger, um die Macht über Preis, Image und den extrem lukrativen Sekundärmarkt vollständig an sich zu ziehen. Dufours Appell zur „menschlichen Verbindung“ ist dabei primär eine strategische Beruhigungspille für die verbleibenden wichtigen Partner.

Herzlich, Ihr

Robert Brachfeld
-DB-Herausgeber-

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