Messegeschäft

Diamantbericht...Die Messen finden wieder statt. Doch einfach so weitermachen wie bisher kann die Branche nicht. Die älteste Wirtschaftsbranche in Deutschland? Das Ausstellungswesen hat gute Chancen auf diesen Titel. Frankfurt ist seit rund 800 Jahren als Messeplatz bekannt, in Berlin feiert die Messegesellschaft in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag. Das traditionsreiche Geschäft war in den vergangenen Jahrzehnten ein lukratives Geschäft, die Ausstellungsmacher waren erfolgsverwöhnt. Dann kam die Pandemie - und mit ihr ein FalI so tief wie in kaum einem anderen Wirtschaftszweig. Einen vergleichbaren Stillstand habe es noch nie gegeben, klagten die Veranstalter. 2021 fanden mehr als 70 Prozent der hierzulande geplanten 380 Messen coronabedingt nicht statt. Inzwischen läuft das Geschäft wieder. Großveranstaltungen wie die Inhorgenta oder Midora lockten wieder Besucher. Alles bestens also? Zwei Jahre virtuelle Treffen und Konferenzen haben zwar gezeigt, dass sich das Geschäft auch ohne Messestände und persönliche Treffen abwickeln lässt - und zwar sehr gut und erfolgreich. Doch in der Industrie ist auch zu hören: Endlich wieder Messe, endlich wieder persönliche Treffen. Offenbar wollen in unserer durchdigitalisierten Welt selbst viele Profis nicht auf das Analoge, das die Menschen Jahrhunderte prägte, verzichten. Die Plattform dafür bereitzustellen, Dinge und Produkte auch angreifen und ausprobieren zu können, das sehen Messemacher als einen unverzichtbaren Kern ihres Geschäfts. Stimmt, aber allein damit ist es heute nicht mehr getan. Messen müssen mehr bieten als riesige Hallen und immer mehr Fläche. Sie müssen auch ein digitales Angebot liefern, eine Plattform mit umfassenden Vernetzungsmöglichkeiten. Das zumindest ist der Wunsch der Aussteller, angetrieben von zwei Jahren hybrider Messeerfahrungen. Es ist ein Umbruch, den noch nicht alle Ausstellungsmacher wahrhaben wollen. Da helfen auch die schönsten Traditionen nichts mehr.  

Ihr Robert Brachfeld

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