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Perlen im Wandel
Diamantbericht...Perlen blicken auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück – und gelten für viele dennoch als altmodisch. Erfolgreiche Juweliere setzen deshalb nicht auf einen Imagewechsel um jeden Preis, sondern auf Aufklärung, neue Designs und die besondere Bedeutung der Schmuckstücke.
Susan Eisen, Gemmologin und Schmuckgutachterin aus El Paso, begegnet häufig geerbten Perlenketten, die sich als Imitationen herausstellen. Rund 60 Prozent seien nicht echt. Für viele Erben zähle jedoch weniger der Materialwert als die persönliche Erinnerung an frühere Generationen.
Um Perlen zeitgemäß zu gestalten, kombiniert Eisen klassische Stränge mit Goldketten, zusätzlichen Perlen oder farbigen Edelsteinen. Auch mehrreihige Ketten, Perlenanhänger und sogenannte Enhancer, die sich an bestehende Ketten anbringen lassen, sind gefragt. Dabei wird häufig das Gold zum wertvollsten Bestandteil des Schmuckstücks.
Bei Miseki Jewelry in San Franciscos Japantown sind japanische Akoya-Perlen besonders beliebt. Laut Mitinhaberin Asuka Saito tragen Kunden Perlen zunehmend im Alltag statt nur zu besonderen Anlässen. Auch jüngere Käufer und Männer interessieren sich stärker für den Schmuck. Sie möchten mehr über Herkunft, Qualität und Zucht erfahren. Die Preise reichen von etwa 150 Euro für Süßwasserperlenschmuck bis zu mehreren Tausend Euro für hochwertige Akoya-Ketten.
Die New Yorker Designerin Anne Baker konzentriert sich zunehmend auf individuelle Schmuckstücke. Sie kombiniert außergewöhnliche Perlen mit Diamanten, Rubinen und anderen Edelsteinen. Dabei stehen Charakter und Ausstrahlung im Vordergrund, nicht allein Größe oder Form. Auch asymmetrische Designs und unterschiedlich große Perlen gewinnen an Bedeutung.
Eine Herausforderung bleibt die Empfindlichkeit des Materials: Parfüm, Haarspray und Schweiß können Perlen schädigen. Anders als Diamanten lassen sich beschädigte Perlen nicht einfach neu schleifen.
Die wichtigste Erkenntnis für den Handel: Wer die Herkunft, Entstehung und Pflege von Perlen verständlich erklären kann, schafft Vertrauen. Denn ihr Wert liegt nicht nur im Material, sondern auch in ihrer Geschichte, ihrer Individualität und den Erinnerungen, die sie bewahren.

