Brandbrief an die Kanzlerin

Um eine Insolvenzwelle im Handel abzuwenden, appelliert der Handelsverband HDE an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Handelsunternehmen sollen mit Direkt-Zahlungen und der Stundung von Steuer- und Sozialabgaben entlastet werden. Aufgrund des "Shut downs" im stationären Nonfood-Handels verschärft der Handelsverband seine Tonart. "Es brennt im Handel", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag, dem 17.3.2020 im Interview mit dem Nachrichtensender "n-TV".

Während der Lebensmittelhandel einen Ansturm von Hamsterkäufern erlebt, steht der Nonfood-Handel durch die ab heute geltenden Geschäftsschließungen mit dem Rücken an der Wand. Bereits am Wochenende sind die Umsätze im Textilhandel laut Genth um 40 bis 50 Prozent eingebrochen, selbst im Online-Handel seien die Textilumsätze um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen. Durch den "Shut down" seien nun Existenzen bedroht. "Sechs bis acht Wochen ohne Kunden kann ein Händler nicht durchhalten", warnte Genth.

In einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert der HDE daher Direkt-Zahlungen und Kfw-Bürgschaften ohne Eigenbeteiligung. Zudem sei eine sofortige Stundung der für März und April fälligen Zahlungen an die Sozialversicherungsträger und Finanzbehörden erforderlich.

"Es geht die Angst um, dass insbesondere die Sozialversicherungsträger sofort die Pfändung der fälligen Beiträge einleiten und damit als Brandbeschleuniger eine Insolvenzwelle im Handel auslösen", heißt es in dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt. Stattdessen müssten Steuervorauszahlungen zinslos gestundet werden und direkte Sofortzahlungen für bedrohte Handelsunternehmen ausgezahlt werden. Eine Kopie des Briefs ging an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sowie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

"Ohne eine direkte Unterstützung wird sich auch das Bild unserer Innenstädte und die Versorgung der Bevölkerung massiv und unwiederbringlich verändern", warnen die Unterzeichner, HDE-Präsident Josef Sanktjohanser und Stefan Genth.

Der HDE erinnert an die Zusage von Wirtschaftsminister Altmaier, laut der kein Unternehmen aufgrund der Corona-Krise in die Insolvenz gehen soll und kein Arbeitsplatz verloren gehen soll.

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