Zum fünften Mal seit April 2016 ist das Juweliergeschäft Spinner/77652 Offenburg in der Metzgerstraße Ziel eines Angriffs geworden: Ein noch unbekannter Mann zerstörte am späten Samstagabend, 30.11.2019, durch einen Pflasterstein-Wurf eine der großen Schaufensterscheiben. Das Panzerglas hielt aber stand. Ob es um einen Einbruchsversuch oder um blinde Zerstörungswut ging, ist noch unklar. Bei den bisherigen Taten 2016 und 2017 waren Profis am Werk – danach sieht es im jüngsten Fall nicht aus. Die Polizei ermittelt und wertet dazu auch Videoaufnahmen aus.
Gegen vier Uhr morgens am 26.11.2019 machten sich zwei Unbekannte an der Eingangstür des Juweliers Akpolat/A-8020 Graz im Bezirk Gries zu schaffen, dabei wurde ein Vorschlaghammer verwendet, mit dem die Tür und das Glas geknackt wurden. Aus der Auslage des Geschäfts wurden danach zahlreiche Ringe gestohlen.
Der Coup selbst dauerte nur kurze Zeit, war aber von langer Hand geplant. Denn als Fluchtfahrzeug wurde ein zuvor gestohlener Wagen mit Grazer Kennzeichen verwendet. Zeugen sahen noch, wie die Unbekannten in Fahrtrichtung Eggenberger Gürtel verschwanden. Vorerst fehlte von Auto und Einbrechern aber jede Spur.
Die Besitzer des Geschäftes leisteten jedenfalls ganze Arbeit: Bereits Dienstagvormittag waren die Spuren beseitigt, das zerstörte Glas der Türe war wieder eingesetzt, das Geschäft geöffnet.
Diese Ganoven wussten ganz genau, wie sie an das Gold kommen. In der Nacht zum Donnerstag, 21.11.2019, stemmten die Schmuck-Diebe ein Loch in die Wand des Juweliers Ugur/50668 Köln und machten reiche Beute.
Allderdings hatten die Gangster nicht lange Freude an der Beute. Denn die Polizei fasste sie im Rahmen einer sogenannten Ringfahndung kurz nach dem Coup. Der Tatort: In einer Wand im rückwärtigen Bereich klaffte ein ziemliches enges Loch, durch das die Männer in das Schmuckgeschäft an der Weidengasse Ecke Eigelstein gezwängt hatten. Zuvor müssen sie einige Zeit mit Hämmern beschäftigt gewesen sein. Denn sie buddelten sich durch eine Wand, hinter der sich grade eine Baustelle befindet. Das müssen die Täter gewusst haben. Auch, wo sie graben müssen, um im Laden zu landen.
Gesichert ist, dass die Täter (vermutlich drei Mann) den Alarm auslösten, als sie im Laden am Verkaufstresen eilig Goldschmuck (Ketten und Ringe) einpackten und dann mit einem Fahrzeug flohen. Die Polizei wurde umgehend über den Einbruch informiert - und löste Großalarm aus.
Laut eines Mitarbeiters haben die Täter Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro erbeutet. Am Morgen nach dem Einbruch kamen Polizisten vorbei, um die Aufnahmen der Überwachungskameras zu sichten.
Auf der Weidengasse war die Stimmung aufgewühlt. Die benachbarten Juweliere kamen zu dem Geschäft, um nach ihrem Kollegen zu sehen. Einer sagt: „Wir Juweliere sind leider oft Opfer von Einbrüchen.“
Letztlich wurden die Täter von einer Zivilstreife auf der A57 bei Longerich geschnappt. Die Kölner Polizei hatte zuvor Kenntnis von dem Aufenthalt der osteuropäischen Profi-Einbrecher erhalten. Die Beamten wussten nur nicht, wo die Täter genau zuschlagen würden. Daher die Überlegung: Wenn die Täter ins Rechtsrheinische fliehen, werden sie vermutlich die Zoobrücke oder Deutzer Brücke überqueren. Sollten sie Richtung Holland abhauen wollen, nehmen sie vielleicht den Weg über die Innere Kanalstraße Richtung A 57. Daher bewachten die Beamten diese neuralgischen Punkte und führten schwerbewaffnet Fahrzeugkontrollen durch.
Und die Beamten sollten Erfolg haben. Denn tatsächlich stoppten sie den Wagen mit zwei Tätern (32/35), die sich ohne Widerstand festnehmen ließen. Im Kofferraum lag Schmuck und entsprechendes Werkzeug. Ein dritter Täter soll noch auf der Flucht sein. Nach ihm wird gefahndet.
Bereits Mitte der 90er Jahre konnte die Polizei die sogenannte "Hahnwald-Bande" mit dem Brücken-Trick schnappen. Die brutalen Gangster, die später hohe Haftstrafen kassierten, nutzten stets nach ihren Raubüberfällen die Kölner Brücken für ihre Flucht. Eines Nachts wartete die Polizei auf der Mülheimer Brücke - die Falle schnappte zu.
Bei Juwelier Michael Mayer/82319 Starnberg haben am 19.11.2019 Einbrecher teure Armbanduhren, im Wert von knapp 100.000 Euro, erbeutet. Sie hatten mit einer Kettensäge ein Dreieck in die Panzerglasscheibe des Schaufensters geschnitten. Der Kollege ist die Ruhe selbst, als er erzählt, was in der Nacht passiert ist. Er steht vor der Schaufensterfront, die zur Wittelsbacherstraße in Starnberg mit weiß-roten Bändern von der Kriminalpolizei abgesperrt wurde. In der Panzerglasscheibe klafft ein dreieckiges Loch, es misst gerade einmal 20 Zentimeter an seiner breitesten Stelle. Während Mayer die Geschehnisse schildert, kommt von nebenan aus der Confiserie ein junger Mann. Er hält Mayer ein silbernes Tablett mit etwa zehn unterschiedlichen Pralinen hin: „Für Sie und Ihre Mitarbeiter, etwas zur Beruhigung. Lassen Sie es sich schmecken und alles Gute.“ In den frühen Morgenstunden gegen 4 Uhr schrillte bei Mayer zu Hause am südlichen Starnberger See der Alarm. Er machte sich sogleich auf den Weg nach Starnberg zu seinem Geschäft. Als er dort eintraf, war bereits alles vorbei. Das Schaufenster war zerstört, die Auslage leer. Die Einbrecher hatten sich das Fenster ausgesucht, in dem die Uhren der hochwertigen Marke Rolex ausgestellt sind. Nach unliebsamen Erfahrungen vergangener Jahre lässt Mayer seit einiger Zeit die Auslagen zum Geschäftsschluss jeweils auf Nachtdekoration wechseln. So lagen hinter Sicherheitsscheibe in der Nacht zum Dienstag nur fünf Rolex-Modelle. Alle fünf griffen sich die Täter. Eine der Uhren hat einen Wert von 50.000 Euro, die anderen vier liegen zusammen bei 45.000 Euro.
Die Videoüberwachung gibt einige Hinweise, zeigt aber nicht die Täter. Denn aus Datenschutzgründen dürfen die Kameras nur auf die Auslagen gerichtet werden, nicht aber auf den Bereich außerhalb des Schaufensters. So ist erkennbar, wie sich die Kettensäge in das Panzerglas frisst. Als das Loch geöffnet ist, greift eine weitere Person hindurch und zieht die fünf Uhren heraus. Die Kriminalpolizei geht deshalb davon aus, dass es sich um mindestens zwei Täter handelt. Sie sollen mit einem Fahrzeug geflüchtet sein, wie ein Anwohner beobachtet haben will. Es ist nicht das erste Mal, dass Mayers Laden von Einbrechern heimgesucht wurde. „Wenn es passieren muss, ist es mir so lieber, als dass die Täter bewaffnet in den Laden stürmen und Kunden und Mitarbeiter bedrohen.“ Davor ist der Starnberger Juwelierladen bisher verschont geblieben. Anfang der 2000er-Jahre notierte Michael Mayer fünf Einbruch-Versuche, die jedoch allesamt scheiterten. Es kam lediglich zu vergleichsweise geringen Sachschäden.
Im April 2003 aber ließen sich ausgebufftere Täter von dem Hinweis „Panzerglas – Einbruch lohnt nicht“ nicht abschrecken. Mit einem Auto drückten sie eine Scheibe ein und ließen Uhren und Schmuck im Wert von 250.000 Euro mitgehen. Im Februar 2010 schnitten Einbrecher ebenfalls mit einer Kettensäge ein Viereck in eine Sicherheitsscheibe. Ihre Beute, 25 Uhren, hatte einen Wert von 120.000 Euro. Im Juli 2011 versuchten es Unbekannte erneut und hatten mit einer Flex Erfolg. Durch ein dreieckiges Loch gelangten sie an etwa 20 Uhren. Der Schaden damals: etwa 40.000 Euro. Die Täter wurden ein Jahr später gefasst. Es handelte sich um Mitglieder eines Rings internationaler Einbrecher. Ostern 2017 dann der nächste Versuch: Ein Einbrecher wollte mit einem Gullydeckel an die Auslagen mit Uhren und Schmuck gelangen. Doch damals hielt das Panzerglas.
Gewaltige Beute machte ein Einbrecher in der Nacht zum Sonntag 03.11.2019 in dem Juweliergeschäft Can Swiss Trauringe/90459 Nürnberg: Der Unbekannte öffnete einen Schmuck-Tresor mit einem Schweißgerät und erbeutete Schmuck im Wert von mehreren Hunderttausend Euro. Die Polizei sucht nun Zeugen.
Wie die Polizei berichtet, muss es zu dem Einbruch zwischen Samstagabend, 18 Uhr, und Sonntagmorgen, 7.30 Uhr, gekommen sein. Ein Unbekannterverschaffte sich dabei über die Hintertür Zugang zu den Geschäftsräumen des Juweliers in der Landgrabenstraße, zwischen der Ammanstraße und dem Kopernikusplatz. Im hinteren Teil des Geschäfts öffnete der Täter mit einem Schweißgerät einen Tresor, der Sachschaden ist immens, so die Polizei. Sowohl aus dem Tresor als auch aus den Vitrinen erbeutete der Einbrecher Schmuck im Gesamtwert von mehreren Hunderttausend Euro. Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen muss der Einbrecher bei der Tat Lärm verursacht haben. Möglicherweise wurde dieser von Zeugen gehört, aber falsch eingeschätzt, mutmaßen die Ermittler.