Juwelier Turk(72) hat einen Räuber erschossen und steht nun als mutmaßlicher Mörder vor Gericht. Vor dem Schöffengericht in Nizza/Frankreich muss sich Stephan Turk(72), Inhaber eines im Zentrum von Nizza gelegenen Juweliergeschäfts verantworten.
Vier maskierte und teilweise bewaffnete Räuber stürmten am 29.06.2018 am helllichten Tag den Juwelier Goldmann/35390 Gießen. Die Täter kommen nicht weit. Sie werden von den fliehenden Mitarbeitern im Laden eingeschlossen. Dem Inhaber Samuel Gergin saß nach dem Überfall der Schreck noch in den Gliedern. "Es war ein Schock für alle. So was möchte man sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen", sagte er am Freitag dem hr. Kurz vor elf Uhr waren die Täter in das Geschäft gestürmt. "Drei von ihnen sind sofort nach oben gegangen, einer von ihnen blieb unten", schilderte der Kollege die Momente des Überfalls. Er selbst sei kurz vor der Tat aus dem Haus, sein Bruder mit weiteren Mitarbeitern im Geschäft gewesen. "Als der vierte Täter zu den anderen nach oben ging, haben wir den Alarmknopf gedrückt." Anschließend ging alles blitzschnell: Nachbarn hätten die Mitarbeiter aus dem Geschäft rausgeholt und gemeinsam von außen die Tür verschlossen. "In der Sekunde kam dann schon die Polizei, die offenbar in der Nähe war", berichtete der Ladenbesitzer. Während die Räuber sich die Taschen mit Schmuck vollstopften, stürmte ein Großaufgebot der Polizei das Geschäft. Kurz darauf war der Spuk vorbei, die Täter wurden gestellt. Bei den Räubern wurde nach Angaben der Polizei mindestens eine Schusswaffe sichergestellt. "Die haben die Vitrinen eingeschlagen und hatten schon zwei Taschen vollgemacht", erzählte der Geschäftsinhaber von ein "bisschen Randale" in seinem Laden. Ansonsten war er heilfroh, dass keiner seiner Angestellten verletzt wurde. "Man versucht, in Zukunft noch vorsichtiger zu sein."
Gegen 10.30 Uhr am 06.06.2018 stürmten zwei mit Pistolen bewaffnete Männer in das Juwelierhaus Grabbe/18273 Güstrow. Dort zertrümmerten sie zunächst die Vitrinen und erbeuteten hochwertigen Schmuck sowie Uhren. „Es war ein Alptraum, mir zittern immer noch die Hände“, sagt Inhaber Thomas Grabbe. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin und einem Kunden befand sich der Kollege gerade im Laden als die maskierten Männer zuschlugen. „Die Täter sind dann mit dem Fahrrad geflüchtet“, sagt Thomas Grabbe. Passanten hätten die beiden Männer verfolgt und beobachtet, wie sie später in ein Fluchtauto stiegen. „Das hat die Polizei mittlerweile bei Klueß gefunden“, sagt Grabbe, der hofft, dass die Täter schnell gefunden werden. Genaue Angaben zur Schadenshöhe können bisher nicht gemacht werden. „Das wichtigste ist aber, dass niemand verletzt wurde“, sagt Grabbe. Nun rüstet der Kollege seine Sicherheitsvorkehrungen aber auf. „Jetzt kommt die Schleuse“, sagte er. „Die Bestellung ist bereits ausgelöst.“ Zukünftig müssen Kunden zunächst klingeln, betreten dann eine Schleuse und erst dann wird eine weitere Eingangstür geöffnet. Diese Konsequenz zieht Grabbe nicht nur aus dem aktuellen Überfall. Bereits vor drei Jahren wurde das Juweliergeschäft heimgesucht. Es gibt merkwürdige Parallelen: gleicher Wochentag, gleiche Uhrzeit und auch damals waren es zwei maskierte und bewaffnete Täter. „Danach hatte ich bereits die Sicherheitstechnik, vor allem die Kameras, aufgerüstet. Aber jetzt komme ich an einer Schleuse nicht mehr vorbei. Es geht besonders auch um die Sicherheit meiner Mitarbeiter“, unterstreicht der Kollege.
Wenige Stunden nach dem Überfall auf Juwelier Scheurenbrand/61348 Bad Homburg am Dienstag dem 10.04.2018 hat die Polizei die beiden weiteren mutmaßlichen Räuber geschnappt. Die Männer im Alter von 22 und 25 Jahren seien in Frankfurt festgenommen worden, teilte die Polizei in Wiesbaden mit. Zwei Tatverdächtige waren bereits kurz nach dem Überfall erwischt worden. Das Quartett soll bei dem Raub in dem Juweliergeschäft vier Mitarbeiter mit Pfefferspray verletzt und wertvolle Uhren erbeutet haben. Die Beute wurde bislang nicht gefunden. Es war der zweite Überfall innerhalb von vier Jahren auf das Juweliergeschäft.
Am 03.04.2018 ist ZEGG Watches & Jewellery/CH-7563 Samnaun überfallen worden. Die fünf bewaffneten maskierten Täter betraten gegen 12.00 Uhr das Schmuck- und Uhrengeschäft. Dann räumten sie vor allem Uhren aus den Vitrinen, verließen das Geschäft und flüchteten mit einem Personenwagen. Verletzt wurde bei dem Überfall niemand. Das gestohlene Fluchtauto wurde wenig später zwischen Samnaun-Dorf und dem Grenzübergang Spiss entdeckt. Bei der sofort eingeleiteten Fahndung wurden die Schweizer Polizisten von ihren Kollegen in Südtirol und Tirol unterstützt. Die Tiroler Polizei war mit mehreren Streifen, der Cobra und dem Polizeihubschrauber im Einsatz. Auch am Mittwoch lief die Fahndung nach den fünf Tätern noch, wobei vier der fünf mutmaßlichen Täter gefasst werden konnten.