Briefe des Herausgebers

Die Grenzen!

Nein, so darf es nicht weitergehen. Kollegen können mit ihren stationären Läden und den anfallenden Kosten nicht als kostenloser Ausstellungsraum für Marken-Produkte dienen. Wie sollen sie in Zukunft Umsatz generieren? Jedenfalls nicht, indem sie kostenlosen Service für online eingekaufte Waren liefern - und nachts nicht mehr schlafen können. Ich bin der Meinung, dass es gar kein Preisgefälle zwischen stationären Läden und Online-Shops geben darf.

Keine Götter!

Das haben sich die Markenhersteller ja fein ausgedacht: Sie nutzen die Läden der Kollegen für ihr gutes Image und um Kunden das Gefühl von Nähe und Service zu vermitteln. Das Online-Geschäft machen sie indes lieber mal ganz allein. Der Online-Handel wächst seit Jahren, und bereits jetzt hält ein Viertel der jungen Onlinekunden Läden gänzlich für verzichtbar. Da fragen wir uns: Wollen Ihre Lieferanten in Zukunft ganz auf Sie verzichten? 

Die Zukunft?

Wenn Sie überlegen, einen Onlineshop aufzubauen, dann werfen Sie zunächst einen Blick auf Ihre Produkte – gibt es dafür eine Nische? Und wer sind Ihre Kunden? Wollen Sie die Smart Natives locken, die lieber online und immer günstig einkaufen? Natürlich: Die Jugend von heute ist die Kundschaft von morgen. Oder Menschen jenseits der 50 oder 60? Der Onlineshop kann immer nur ein Teil eines Geschäftskonzeptes sein – und das muss stimmen. Mehr dazu, lesen Sie im Diamantbericht 05/14.

Trend verpennt?

So mancher Trend gerade über den großen Teich geschwappt, hat unser Leben, mehr oder weniger, verändert. Dazu gehören Rauchverbote, Fast-Food-Ketten und Halloween, um nur einige zu nennen. Warum soll es ausgerechnet der Trend zum Geschenk am Valentinstag nicht schaffen? Kaum zu glauben, denn beim Italiener um die Ecke oder bei den Blumenhändlern ist er schon längst angekommen. Sie feiern am 14. Februar den umsatzstärksten Tag des ganzen Jahres. Jeder Blumenhändler hält an diesem Tag unendlich viele fertig gebundene Sträuße in allen vorstellbaren Farbnuancen vor.

Neue Kunden

Haben sich schon Kunden über eine schlecht Beratung beim Juwelier beschwert? Wahrscheinlich waren nicht alle Kunden immer zufrieden, aber es war zu keinem Zeitpunkt notwendig ein zentrales Beschwerderegister einzurichten. Auch wenn die meisten Kollegen bis jetzt nicht über Schmuck oder Diamanten als Anlage-Produkte sprechen, denoch ist dieser Gedanke bei jedem Kauf vorhanden. Ganz anders bei den sogenannten Anlageberatern.

2. Auflage Diamantbuch

Zu den beliebtesten Geschenken werden in diesem Jahr Bücher, Spielsachen und Bekleidung zählen. Das haben die Konsumforscher ermittelt. Warum also nicht davon profitieren? Fast alle Einzelhandelsgeschäfte verkaufen heute Artikel, die nichts mit der eigenen Branche zu tun haben. Warum sollen also Goldschmiede keine Bücher verkaufen? Die Sache hätte dann 2 Vorteile: Zusatzumsatz und mehr Interesse an Diamanten bei den Kunden.

Neuer Diamantenboom?

Warum steigen die Preise für sehr seltene Diamanten so stark? Die Gründe sind die gleichen, aus denen sich Kleinanleger Goldmünzen ins Depot legen - nur auf sehr viel höherem Niveau: Die Superreichen sorgen sich um ihr Vermögen und suchen nach Sachwerten. Die Investition in Edelstein-Raritäten scheint ihnen aus zwei Gründen attraktiv: Einerseits schätzen sie die farbigen Diamanten als Statussymbole, andererseits auch als Absicherung gegen Schwankungen auf den Finanzmärkten. Als Interessenten für den "Pink Star" gelten laut Branchenkennern vor allem wenige Mitglieder superreicher Familien aus Lateinamerika, dem Mittleren Osten oder Asien.

Mut in der Geldanlage

Niemand kann die Zukunft voraussagen, denn sie ist unbekannt. Alle Versuche sind in der Vergangenheit mehr oder weniger gescheitert. Wer dies anerkennt, hat bei der Geld­anlage und seiner Geschäftsplanung schon viel gewonnen. Künftige Entwicklungen und längerfristige Trends lassen sich schlicht nicht vorhersehen. Zufällig mag der Anleger mit der ein oder anderen Prognose richtigliegen. Wer ehrlich zu sich selbst ist, würde sich jedoch bei einer längerfristigen Betrachtung eingeste­hen müssen, viele Entwicklungen so nicht erwartet zu haben.

Fachmessen

Von schlecht bis mäßig und selten richtig gut, das ist derzeit das gängige Fazit, fragt man Aussteller nach der allgemeinen Performance der deutschen Schmuck-, Uhren- und Edelsteinmessen. Und das hat auch seine Gründe. Es gibt massive Sicherheitslücken, eine schlechte Kommunikation mit den Ausstellern, steigende Preise, willkürliche Umplatzierungen (Inhorgenta), sinkende Besucherzahlen (Inhorgenta, USSIFA, Tendence), schlechte Stände (USSIFA) oder Klimatisierung (Intergem).

  • Kategorie: Robert Brachfeld
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Diamantpreise

Immer wieder fragen uns die Kollegen: Wie werden sich die Preise für Diamanten entwickeln? Soll ich jetzt mein Lager aufstocken, oder eher noch warten. Die Antwort ist genauso schwierig, wie alle anderen Voraussagen. Man kann nur versuchen die aktuelle Entwicklung zu analysieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Hilfreich dabei sind Preise für andere mobile Sachwerte, die größere Bekanntheit genießen als die Diamantpreise.

Sachwerte

Der Goldpreis hat seine Aufwärtsbewegung dynamisch fortgesetzt. Seit Juni 2013 ist der Preis von 31,21 €/G im September auf 35,14 €/G gestiegen. Nach den Höchstständen von 43,61 €/G haben viele das Gold als nicht mehr interessant eingestuft. Und dem Gold werden auch Diamanten folgen. Auch hier erwarte ich Preissteigerungen. Man dachte die Geldkrise sei zu Ende und damit auch die Preissteigerungen von den Sachwerten. Ist die Finanzkrise vorbei? Das versuchen die Politiker den Bürgern klar zu machen. Aber auf der anderen Seite wird erklärt: Griechenland braucht noch mehr Hilfe. Und ein­ Notkredit für Portugal wird immer wahrscheinlicher.

Papierberge

Der Preis für Gold ist gefallen. Auch der DB-Diamantindex hat nachgegeben. Heißt das jetzt, dass das Papier-Geld gewonnen hat und diese Sachwerte nicht mehr interessant sind? Diese Frage stellen sich die Kollegen und ihre Kunden. Die Antwort lautet Nein, wenn man sich die europäische Landkarte anschaut. Denn dort türmen sich die Euro-Schulden schnell zu riesigen Bergen. Die Verschuldung steigt in erschreckendem Tempo. Die Sparbemühungen helfen da nicht mehr viel. Am schlimmsten sind die Schulden in Griechenland, Irland und Portugal gewachsen. Verglichen zum Vorjahr mit zweistelligen Raten.

Schmuck-Gold

Lange Zeit gingen Investoren davon aus, Gold sei eine risiko­freie Anlage. Die Goldanleger wollten es lange nicht wahrhaben, dass auch ihr geliebtes Edelme­tall an Wert verlieren kann. In den vergangenen zehn Jahren ist der Preis für das Edelmetall stets gestiegen. Noch 2003 kostete ein Gramm nur etwa 11 Euro. Heute sind es 35 Euro. Tatsächlich hat Gold entgegen den Erwartungen seit Jahresanfang mehr als 25 Prozent an Wert verloren. Die Goldblase fängt langsam an zu platzen. Und das ist eigentlich eine gute Nachricht für unsere Branche, die Gold zum Arbeiten und nicht zum Spekulieren braucht.

Ruhiger schlafen

Leute die Aktien gekauft haben, müssten eigentlich jubeln. Denn der Dax ist auf mehr als 8000 gestiegen. Doch auch diese auf den ersten Blick so lohnende Anlage hat ihre Tücken. Und deshalb können auch nicht alle Aktien-Anleger jubeln. Die Commerzbank-Aktie ist nur einen Bruchteil früherer Tage wert. Auch die früher stark beworbene Telekom-Aktie hat viel verloren. Während der Dax sich in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelte, verloren auch Aktien von Eon und RWE mehr als ein Drittel an Wert.

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