Briefe des Herausgebers

Expertise & Arbeitsteilung

Die sog. „Selbstmach-Mode“ von Kunden nimmt zu. Damit produktiv umzugehen, heißt, gemeinsam mit dem Kunden zu basteln, ihn nicht an den Online-Handel, wo er auf sich alleine gestellt ist, zu verlieren. Denn das einzige, was sich innerhalb der letzten Jahre verändert hat, ist: die Bleistiftskizze wurde durch den Maus-Cursor und CAD-Programme ersetzt- ähnlich wie in der Schule nicht mehr mit Kreide auf die Schiefertafel, sondern mit dem Finger auf dem Touch-Screen geschrieben wird. Was aber geblieben ist und bleiben wird, ist das Vertrauen zwischen Kunde und Experte, zwischen Schüler und Lehrer. Das bleibt zumindest solange bestehen, wie die Kollegen die Kunden nicht sich selbst überlassen, sondern sie in den Entstehungsprozess ihrer Produkte einbeziehen- selbst wenn der immer digitaler wird.

Internet

Zugegeben: Die Welt ist durch das Internet transparenter geworden. Das hat viele Vorteile, aber auch Nachteile. Einer davon ist sicher, dass jeder Kunde glaubt, sich vor einem Einkauf schnell über Preise informieren zu können. Aber seit wann ist der Kunde ein Fachmann? Kennt sich der Kunde denn so gut aus, dass er den Internet-Diamanten mit einem aus dem Fachgeschäft in Bayern überhaupt vergleichen kann? In Wirklichkeit war der Ring aus dem Verkaufs-TV ein Zehntel des durchgestrichenen Preises wert.

Muttertag

Blond oder brünett? Zierlich oder kräftig? Eher sportlich und leger oder elegant und klassisch? – All diese Fragen sollte jemand beantworten können, der einer Frau ein Schmuckstück schenken möchte. Was aber, wenn die Frau selbst ein Schmuckstück ist- so wie jede Mutter. Ehrwürdig und edel: aufopfernd kümmert sie sich um das Wohl der Familie, kocht, wäscht und putzt. Fürsorglich organisiert sie die Freizeit ihrer Kinder, stärkt ihrem Mann den Rücken, und arbeitet oft selbst noch hart. Mütter sind keine Frauen, die sich Glitzer wünschen. Sie brauchen ihn nicht, um zu strahlen. Ihre Augen funkeln bereits vor lauter Kraft und Energie. Eines jedoch, ja eines fehlt ihnen ganz gewiss: die Aufmerksamkeit. 

Die Grenzen!

Nein, so darf es nicht weitergehen. Kollegen können mit ihren stationären Läden und den anfallenden Kosten nicht als kostenloser Ausstellungsraum für Marken-Produkte dienen. Wie sollen sie in Zukunft Umsatz generieren? Jedenfalls nicht, indem sie kostenlosen Service für online eingekaufte Waren liefern - und nachts nicht mehr schlafen können. Ich bin der Meinung, dass es gar kein Preisgefälle zwischen stationären Läden und Online-Shops geben darf.

Keine Götter!

Das haben sich die Markenhersteller ja fein ausgedacht: Sie nutzen die Läden der Kollegen für ihr gutes Image und um Kunden das Gefühl von Nähe und Service zu vermitteln. Das Online-Geschäft machen sie indes lieber mal ganz allein. Der Online-Handel wächst seit Jahren, und bereits jetzt hält ein Viertel der jungen Onlinekunden Läden gänzlich für verzichtbar. Da fragen wir uns: Wollen Ihre Lieferanten in Zukunft ganz auf Sie verzichten? 

Die Zukunft?

Wenn Sie überlegen, einen Onlineshop aufzubauen, dann werfen Sie zunächst einen Blick auf Ihre Produkte – gibt es dafür eine Nische? Und wer sind Ihre Kunden? Wollen Sie die Smart Natives locken, die lieber online und immer günstig einkaufen? Natürlich: Die Jugend von heute ist die Kundschaft von morgen. Oder Menschen jenseits der 50 oder 60? Der Onlineshop kann immer nur ein Teil eines Geschäftskonzeptes sein – und das muss stimmen. Mehr dazu, lesen Sie im Diamantbericht 05/14.

Trend verpennt?

So mancher Trend gerade über den großen Teich geschwappt, hat unser Leben, mehr oder weniger, verändert. Dazu gehören Rauchverbote, Fast-Food-Ketten und Halloween, um nur einige zu nennen. Warum soll es ausgerechnet der Trend zum Geschenk am Valentinstag nicht schaffen? Kaum zu glauben, denn beim Italiener um die Ecke oder bei den Blumenhändlern ist er schon längst angekommen. Sie feiern am 14. Februar den umsatzstärksten Tag des ganzen Jahres. Jeder Blumenhändler hält an diesem Tag unendlich viele fertig gebundene Sträuße in allen vorstellbaren Farbnuancen vor.

Neue Kunden

Haben sich schon Kunden über eine schlecht Beratung beim Juwelier beschwert? Wahrscheinlich waren nicht alle Kunden immer zufrieden, aber es war zu keinem Zeitpunkt notwendig ein zentrales Beschwerderegister einzurichten. Auch wenn die meisten Kollegen bis jetzt nicht über Schmuck oder Diamanten als Anlage-Produkte sprechen, denoch ist dieser Gedanke bei jedem Kauf vorhanden. Ganz anders bei den sogenannten Anlageberatern.

2. Auflage Diamantbuch

Zu den beliebtesten Geschenken werden in diesem Jahr Bücher, Spielsachen und Bekleidung zählen. Das haben die Konsumforscher ermittelt. Warum also nicht davon profitieren? Fast alle Einzelhandelsgeschäfte verkaufen heute Artikel, die nichts mit der eigenen Branche zu tun haben. Warum sollen also Goldschmiede keine Bücher verkaufen? Die Sache hätte dann 2 Vorteile: Zusatzumsatz und mehr Interesse an Diamanten bei den Kunden.

Neuer Diamantenboom?

Warum steigen die Preise für sehr seltene Diamanten so stark? Die Gründe sind die gleichen, aus denen sich Kleinanleger Goldmünzen ins Depot legen - nur auf sehr viel höherem Niveau: Die Superreichen sorgen sich um ihr Vermögen und suchen nach Sachwerten. Die Investition in Edelstein-Raritäten scheint ihnen aus zwei Gründen attraktiv: Einerseits schätzen sie die farbigen Diamanten als Statussymbole, andererseits auch als Absicherung gegen Schwankungen auf den Finanzmärkten. Als Interessenten für den "Pink Star" gelten laut Branchenkennern vor allem wenige Mitglieder superreicher Familien aus Lateinamerika, dem Mittleren Osten oder Asien.

Mut in der Geldanlage

Niemand kann die Zukunft voraussagen, denn sie ist unbekannt. Alle Versuche sind in der Vergangenheit mehr oder weniger gescheitert. Wer dies anerkennt, hat bei der Geld­anlage und seiner Geschäftsplanung schon viel gewonnen. Künftige Entwicklungen und längerfristige Trends lassen sich schlicht nicht vorhersehen. Zufällig mag der Anleger mit der ein oder anderen Prognose richtigliegen. Wer ehrlich zu sich selbst ist, würde sich jedoch bei einer längerfristigen Betrachtung eingeste­hen müssen, viele Entwicklungen so nicht erwartet zu haben.

Fachmessen

Von schlecht bis mäßig und selten richtig gut, das ist derzeit das gängige Fazit, fragt man Aussteller nach der allgemeinen Performance der deutschen Schmuck-, Uhren- und Edelsteinmessen. Und das hat auch seine Gründe. Es gibt massive Sicherheitslücken, eine schlechte Kommunikation mit den Ausstellern, steigende Preise, willkürliche Umplatzierungen (Inhorgenta), sinkende Besucherzahlen (Inhorgenta, USSIFA, Tendence), schlechte Stände (USSIFA) oder Klimatisierung (Intergem).

  • Kategorie: Robert Brachfeld
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Diamantpreise

Immer wieder fragen uns die Kollegen: Wie werden sich die Preise für Diamanten entwickeln? Soll ich jetzt mein Lager aufstocken, oder eher noch warten. Die Antwort ist genauso schwierig, wie alle anderen Voraussagen. Man kann nur versuchen die aktuelle Entwicklung zu analysieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Hilfreich dabei sind Preise für andere mobile Sachwerte, die größere Bekanntheit genießen als die Diamantpreise.

Sachwerte

Der Goldpreis hat seine Aufwärtsbewegung dynamisch fortgesetzt. Seit Juni 2013 ist der Preis von 31,21 €/G im September auf 35,14 €/G gestiegen. Nach den Höchstständen von 43,61 €/G haben viele das Gold als nicht mehr interessant eingestuft. Und dem Gold werden auch Diamanten folgen. Auch hier erwarte ich Preissteigerungen. Man dachte die Geldkrise sei zu Ende und damit auch die Preissteigerungen von den Sachwerten. Ist die Finanzkrise vorbei? Das versuchen die Politiker den Bürgern klar zu machen. Aber auf der anderen Seite wird erklärt: Griechenland braucht noch mehr Hilfe. Und ein­ Notkredit für Portugal wird immer wahrscheinlicher.

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