Briefe des Herausgebers

Betroffenheit

Wen auch immer man zur Pleite von Carl Schaefer fragt, zuerst herrscht Betroffenheit – und Mitgefühl. Das hilft den betroffenen Kollegen zwar unmittelbar nicht weiter. Deren Metallkonten bleiben eingefroren, sie kommen erst wieder an ihr Gold, wenn der Konkursverwalter hoffentlich die richtige Entscheidung trifft.

DBDIX fiel um 3,6%

Die Diamanten werden günstiger. Sie folgen dem Goldpreis, denn auch die Edelmetalpreise sind gefallen. Was bedeutet das für unsere Branche? Für den Ankauf von Schmuck mit Diamanten, den viele Kollegen jetzt betreiben, wahrscheinlich eine schlechte Nachricht. Denn sie müssen ihren Kunden jetzt niedrigere Angebote machen. Der eine oder andere Schmuck-Verkäufer wird sich das überlegen und womöglich auf bessere Zeiten(Preise) warten.

Gold wird billiger

Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht für die Kollegen? Ja und Nein. Denn der Wert des Warenbestandes wird niedriger, aber Kollegen können jetzt den Goldschmuck günstiger verkaufen, da sie das Gold billiger einkaufen können. Das bringt neue Kunden. Auch wenn der aktuelle Crash am Goldmarkt wohl mit windigen Ge­schäftemachern auf dem asiatischen Markt zu erklären ist, so ist doch die grundsätzliche Tendenz am Goldmarkt klar: Es geht abwärts. Der Preis fällt und fällt.

Bargeld?

Haben Sie Angst, dass es bald kein Bargeld mehr gibt? Denn das wäre für unsere Branche, die auf Diskretion bedacht ist wahrscheinlich nicht vorteilhaft. Aber trotz immer neuer Bargeld-Alternativen haben Münzen und Scheine aus Sicht der Banken in Deutschland noch eine lange Zukunft.

In Sachwerte investieren

Auch wenn die deutsche Wirtschaft unmittelbar wenig von einer Pleite Griechenlands und vom Konkurs verschiedener griechischer Unternehmen betroffen ist, die Folgen können dennoch gravierend sein. Nur einen Prozent des gesamten Exports aller bundesdeutschen Unternehmen zeichnen die griechischen Unternehmen und der Staat bislang. Selbst ein kompletter Ausfall wird die hiesige Industrie nicht ernsthaft in Schwierigkeiten bringen.

Milliarden-Verluste

Die niedrigen Zinssätze der vergangenen Jahre haben deutsche Privatanleger um potentielle Einnahmen in Milliardenhöhe gebracht. Nach einer Studie der DZ Bank summieren sich die entgangenen Zinsen auf Sparbüchern, mit Anleihen und in Lebensversicherungen in den vergangenen fünf Jahren auf 190 Milliarden Euro; das entspricht 2300 Euro je Einwohner. Allein 2015 dürften weitere 70 Milliarden Euro hinzukommen. Als vergleich dient das Zinsniveau der Jahre vor der Finanzkrise.

Interview: Was passiert auf dem Diamantmarkt?

DB: Viele Schleifereien klagen, dass sich das Schleifen nicht mehr lohnt. Was passiert auf dem Diamantmarkt?

Robert Brachfeld: Wir leben schon seit längerer Zeit mit dem Phänomen, dass die Einkaufspreise für Rohdiamanten höher liegen als die Verkaufspreise für geschliffene Ware. In dieser absurden Situation spricht etwa Maxim Shkadov, der Präsident der International Diamond Manufacturer Association/Antwerpen, von Problemen mit denen die Branche konfrontiert ist. Mit dem Schleifen von Diamanten sei augenblicklich kein Geld zu verdienen. Die Schleifer legen drauf. Er protestiert damit auch gegen die Ignoranz der Förderer, die die Extraprofite gerne einsacken, ohne an die langfristigen Folgen zu denken.

DB: Was sind die Folgen?

2015 wird mehr konsumiert

Die Konsumfreude der Deutschen befeuert das Wachstum. Die von Meinungsforschern monatlich erfasste Kauflaune verbessert sich seit der Finanzkrise beinahe kontinuierlich und war zum Jahresstart so gut wie seit dreizehn Jahren nicht mehr. Die angeblich so konsumfaulen Deutschen im kollektiven Kaufrausch? Eine etwas nüchternere Betrachtung führt zu einem anderen Schluss. Für deutsche Verhältnisse läuft der Konsum seit längerer Zeit tatsächlich bemerkenswert gut.

Goldankauf DEGUSSA

„Vertikale Diversifizierung“ bezeichnet im Marketingdeutsch die Strategie eines Unternehmens, in Bereiche eines Marktes vorzudringen, in denen sie eigentlich nichts zu suchen haben. Der Produzent wird zum Händler, der Heizungshersteller installiert einen eigenen Installationsbetrieb, und der Goldhändler DEGUSSA, der mit der ursprünglichen Scheideanstalt nur noch den Namen gemein hat, tut plötzlich so, als sei sie die einzig seriöse Adresse in Sachen Goldankauf.

Baden statt Basel?

Die Jewellery & Gem Fair wird ausgerichtet von UBM Asia, dem größten Messeveranstalter in Asien, der neben vielen anderen Schmuckmessen auch die führende Hongkong Jewellery & Gem Fair im September über die Bühne zieht. Mit diesem Know-how und dieser wirtschaftlichen Power im Rücken ist die Messe gut ausgestattet, um für die nächsten Jahre ein solides Wachstum anzustreben.

Kupfern von Kupferern

Dieser Tage ließ ein Urteil aufhorchen, das einen spektakulären Plagiatsfall zum Gegenstand hatte. Die Firma ICE Watch/6600 Bastogne, Belgien wirft Aldi Nord/45307 Essen vor, eine unter dem Namen ICE-Glam gehandelte Uhr nachgeahmt und verramscht zu haben. Die Uhr sei vorher zu einem echten Renner geworden, doch plötzlich sei der Markt überschüttet gewesen mit billigen Plagiaten.

Diamanten jetzt kaufen?

Wenn nicht jetzt, wann dann – der Satz wird heute nahezu bei allen passenden und oft auch bei unpassenden Gelegenheiten verwendet. Für die Schmuckbranche gilt das geflügelte Wort ab jetzt, ohne Wenn und Aber und für alle Rohstoffe. Für Diamanten prognostiziert der größte Diamantenförderer, De Beers, satte Steigerungsraten, nachdem der Preis für die edlen Steine zwischendurch nachgegeben hatte.

Neue Chancen

Ist der Juwelier beziehungsweise Goldschmied eigentlich die richtige Anlaufstelle für Diamanten-Ankauf? Ja. Denn die Klientel, die Geld in Diamanten angelegt hat, ist naturgemäß vermögend und damit die ideale Zielgruppe für den Juwelier. Sicher genießen die Kollegen vor Ort, außerdem als Kompetenzpartner rund um Diamanten, bei den Endkunden ein hohes Ansehen.

Sparen?

Galt Sparen vor Jahren noch als Tugend, sind die Sparer nun die Dummen. Für ihr Geld gibt es schon lange kaum noch Zinsen. Nun fahren die privaten Banken auch noch ihre Garantien für die Kundeneinlagen zurück. Das hatten sie schon vor Jahren angekündigt. Jetzt ist es erstmals wirksam geworden. Der Schritt ist richtig, weil zuvor je Kunde unrealistisch hohe Beträge zugesichert worden waren.

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