Briefe des Herausgebers

Sparen Sie noch?

Was wird den Leuten nicht alles erzählt. Die Rente sei sicher, hieß es. Dann: Die Riester-Rente schließe die Lücke. Heute: Man müsse stärker privat für das Alter vorsorgen. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, weiß seit jeher der Volksmund. Doch das war gestern. Unter dem Euro-Rettungsregime der EZB gelten andere Regeln. Erst eliminierte die Zentralbank den Zinseszins, weshalb sich das Sparen nicht mehr lohnt.

Weihnachten 2014

Auch wenn wider der positiven HDE-Prognose bisher die Kollegen das diesjährige Weihnachtsgeschäft überwiegend negativ bewerten, steht fest: auch 2014 werden die zwei Monate vor Weihnachten die umsatzstärkste Zeit sein. Und das trotz der beiden Hürden von Online-Handel und Modeschmuck-orientierter Jung-Kundschaft. DB rät deshalb: Schmücken Sie Ihr Schaufenster und Ihren Laden so weihnachtlich und liebevoll wie auch Sie sich die Atmosphäre beim Shoppen wünschen würden.

Plagiate

Dass man Plagiaten einen Riegel vorschieben muss, weiß auch die oberste politische Spitze. Brigitte Zypries, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft, sagte bei der Vorstellung der Meisterkreis-Internetkampagne in Berlin: „Der Schutz von kreativem Schaffen ist gerade für die deutsche Wirtschaft, die auf hohen Qualitätsstandards beruht, von herausragender Bedeutung.“

Drei gute Gründe

Mag man 3D-Druckern auch eher skeptisch gegenüberstehen, fest steht: Für Kunden ist der Service attraktiv. Kennt man sich also mit der neuen Technik aus, mit ihren Vor- und Nachteilen, hinterlässt das bei den meisten Kunden einen guten Eindruck. Denn online werden sie immer mehr dazu verführt, im Wahn der Selbst-Mach-Mode Schmuck zu kreieren und ihn zunächst durch 3D-Modelle zu testen.

Uhr oder Apple Watch?

Die Apple Watch stellt also genau so wenig Gefahr für die Luxusuhrensparte dar wie jede andere Smartwatch. Sie ist mehr ein Fitnessarmbändchen als eine Uhr, sie funktioniert nicht ohne passendes Handy. Sie ergänzt einfach die Apple-Welt um ein weiteres Produkt. Für Luxusuhren Rolex & Co wird die Smartwatch von Apple keine Konkurrenz darstellen. Wer sich eine solche Uhr kauft, verspricht sich von ihr Dinge, die die Apple Watch nicht bietet: Handwerkskunst,

Wer einmal lügt,

dem glaubt man nicht. Das weiß jedes Kind. Doch woher weiß man überhaupt, ob jemand lügt? Wie lange er das schon tut, und worin die Lüge besteht bzw. wie weitreichend sie ist? Die traurige Antwort: Man kann es meistens nicht wissen. Eigentlich erst dann, wenn derjenige, der einen belogen hat, selbst zu einem kommt und gesteht. Erst dann weiß man, ausgenützt und angelogen worden zu sein, erst dann begreift man auch das Ausmaß davon. Was Ulrich Freiesleben, Michael Bonke, Ewald Maisenbacher und Stefan Rivoir getan haben, würde mindestens ein solches Geständnis ihren Fachhändlern gegenüber erfordern.

Teufelskreis der Marken

Ein ganz natürlicher Kreislauf soll es sein: Am Anfang steht der Schmuckhändler, der voller Visionen und Kreativität in die Zukunft blickt. Nur Geld fehlt ihm, seine Träume zu verwirklichen. Da streckt ihm eine bereits bekannte Schmuck-Marke die Hand entgegen und sagt: „Wenn du mich verkaufst, kommen die Kunden automatisch zu dir und werden auch Deine Sachen kaufen. Ich habe viel Geld, um für meinen Schmuck zu werben und er gefällt einem großen Publikum.“ Der Schmuckhändler geht auf das verlockende Angebot ein, sein Umsatz steigt nach und nach, sein Laden wird immer beliebter.

Brauchen wir die Marken?

Ob Brasilien als beliebtes WM-Land, Angola als Erdöl-Nation, oder Goa als führender Staat im Dienstleistungsbereich- alle drei Länder haben eines gemeinsam: sie alle waren einst portugiesische Kolonien. Und die Portugiesen haben deutlich ihre Spuren hinterlassen: in der Sprache, der Kultur, der Gesellschaft. In der Wirtschaft jedoch haben sie für einen Aufschwung während ihrer Kolonialzeit nur wenig gesorgt.

Wenn zwei sich streiten...

Die Frage ist also: woher genau kommt es, dass Kunden immer mehr zu Imitaten und Synthesen neigen und wie wirkt man dem entgegen? Ein wichtiger Grund für die Kaufentscheidung vieler Kunden zu den unechten Steinen ist der große Preisunterschied. Der zweite Grund ist die Angst vor dem Verlust oder Diebstahl vom echten Schmuck. Auch die Kosten für die Versicherung sind höher. Die Imitate und auch Synthesen werden unter Fantasienamen verkauft, die sehr ähnlich wie die echten Bezeichnungen klingen. Diagem, Diamanite, Diamonique, Diamone, Diamonflame sind nur einige von vielen. Eine umfangreiche Sammlung und Erklärungen dieser Imitate habe ich in meinem Buch „Reich mit Diamanten“ zusammengestellt.

Neue Käuferinnen

Es gibt Schultüten für die Einschulung. Geschenke für die Taufe, Kommunion und Firmung. Es gibt den Geburts- und Namenstag- ganz zu schweigen vom Valentinstag, der Verlobung und der Hochzeit. Es gibt Weihnachten und Ostern  und unzählig mehr Anlässe, an denen Kunden ihre Liebsten mit etwas Besonderem beschenken wollen. Doch einer dieser Anlässe wird oft vergessen: Der Einstieg ins Berufsleben. Für viele beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt, Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung. Der Wunsch, diesen Einschnitt im Leben symbolhaft mit Schmuck „festzuhalten“, ist groß. Das hat eine anonyme Straßenumfrage unter Berufseinsteigerinnen (Altersgruppe zwischen 25 und 35 Jahre) in der Frankfurter Innenstadt ergeben.

Nicht gefährdet!


Die meisten Kollegen sehen ihr Geschäft durch den Schmuck-An- und Verkauf nicht gefährdet. Was sie viel eher befürchten, ist der Online-Handel, der vermehrt auch mit Beratungs- und Service-Angeboten für sich wirbt. Während die einen darauf hoffen, dass das Internet-Geschäft ein vorübergehendes Phänomen ist, suchen und vertiefen sich die anderen in das Gespräch mit ihren Kunden, um ihnen die Vorzüge des Handwerks wieder zu verdeutlichen. Denn oft sei es für die Verbraucher ein verlustiges Geschäft das Gold zu verkaufen. Will man später doch noch Schmuck haben, muss man den Erlös für den Alten in etwas Neues investieren.

Expertise & Arbeitsteilung

Die sog. „Selbstmach-Mode“ von Kunden nimmt zu. Damit produktiv umzugehen, heißt, gemeinsam mit dem Kunden zu basteln, ihn nicht an den Online-Handel, wo er auf sich alleine gestellt ist, zu verlieren. Denn das einzige, was sich innerhalb der letzten Jahre verändert hat, ist: die Bleistiftskizze wurde durch den Maus-Cursor und CAD-Programme ersetzt- ähnlich wie in der Schule nicht mehr mit Kreide auf die Schiefertafel, sondern mit dem Finger auf dem Touch-Screen geschrieben wird. Was aber geblieben ist und bleiben wird, ist das Vertrauen zwischen Kunde und Experte, zwischen Schüler und Lehrer. Das bleibt zumindest solange bestehen, wie die Kollegen die Kunden nicht sich selbst überlassen, sondern sie in den Entstehungsprozess ihrer Produkte einbeziehen- selbst wenn der immer digitaler wird.

Internet

Zugegeben: Die Welt ist durch das Internet transparenter geworden. Das hat viele Vorteile, aber auch Nachteile. Einer davon ist sicher, dass jeder Kunde glaubt, sich vor einem Einkauf schnell über Preise informieren zu können. Aber seit wann ist der Kunde ein Fachmann? Kennt sich der Kunde denn so gut aus, dass er den Internet-Diamanten mit einem aus dem Fachgeschäft in Bayern überhaupt vergleichen kann? In Wirklichkeit war der Ring aus dem Verkaufs-TV ein Zehntel des durchgestrichenen Preises wert.

Muttertag

Blond oder brünett? Zierlich oder kräftig? Eher sportlich und leger oder elegant und klassisch? – All diese Fragen sollte jemand beantworten können, der einer Frau ein Schmuckstück schenken möchte. Was aber, wenn die Frau selbst ein Schmuckstück ist- so wie jede Mutter. Ehrwürdig und edel: aufopfernd kümmert sie sich um das Wohl der Familie, kocht, wäscht und putzt. Fürsorglich organisiert sie die Freizeit ihrer Kinder, stärkt ihrem Mann den Rücken, und arbeitet oft selbst noch hart. Mütter sind keine Frauen, die sich Glitzer wünschen. Sie brauchen ihn nicht, um zu strahlen. Ihre Augen funkeln bereits vor lauter Kraft und Energie. Eines jedoch, ja eines fehlt ihnen ganz gewiss: die Aufmerksamkeit. 

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