Briefe des Herausgebers

Diamanten oder Bitcoin?

Sind Bitcoin die neuen Diamanten? Wer vergleicht welche Geldanlage in diesem Jahr die besten Kursgewinne hatte, landet automatisch bei der Kryptowährung. 1400 Prozent Kursgewinn in Euro. 1600 Prozent in Dollar.

Diamant Investment

Der gesamte DB-Diamantindex(DBDIX) hat dieses Jahr ca. 13% verloren, von 188,87 im Dezember 2016 auf 163,52 Punkte im November 2017. Somit sind Diamanten z.Zt. so günstig wie schon lange nicht mehr. Politische Unsicherheiten sowie niedrige Zinsen sind nur einige Faktoren, die Sachwerte wie Diamanten als Geldanlage für Anleger interessant machen müssten.

Handel und Wandel

Wie wird das Weihnachtsgeschäft? Diese Frage beschäftigt die Kollegen jedes Jahr. Denn davon hängt das gesamte Jahresergebnis ab. Auch wenn sich der Umsatz inzwischen mehr als früher auf das ganze Jahr verteilt, gibt es doch jedes Jahr einen Umsatzschub.

Endlich gemeinsam handeln

Beim Marketing für Diamanten, Edelsteine, Schmuck und Edelmetalle ist Deutschland nach wie vor ein Entwicklungsland. Das wurde jüngst wieder deutlich, als De Beers sein Marketingbudget für das kommende Jahr präsentierte: Nicht weniger als 140 Millionen US-Dollar wird der weltweit größte Diamantkonzern in die Imagepflege für seine Produkte stecken.

Hände hoch!

Dass die Sicherheitslage in diesen Tagen nicht die allerbeste ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Gewiss, sicher im Sinne einer Bäckerei waren Juweliergeschäfte noch nie und werden es auch nie sein. Denn ihr Warenangebot erschöpft sich nicht in Plunderstücken und Cremeschnitten, sondern trägt den ganz besonderen Glanz von Gold und Diamanten, die verführerisch hinter Schaufenstern und Vitrinen funkeln. Davon fühlen sich nicht nur ehrliche Interessenten angezogen, sondern auch lichtscheues Gesindel, das mit oft brachialen und brutalen Methoden nach anderer Leute Eigentum giert.

Veräppelt?

Es sollte mal wieder ein Auflauf werden können. Schlangen vor den hochglanzpolierten, aseptischen Shopping-Palästen, wo den Hipstern in aller Welt Series 3 der Apple Watch vor die Füße geworfen wurde. Doch anstatt der vielen tausend Menschen, die sich bei der Präsentation des neuen iPhones vor den Ladentüren drängten, war das Interesse an der neuen Uhr eher mau.

Sonntags

Trotz stabiler Konjunktur und blühendem Arbeitsmarkt: Für die traditionellen deutschen Fachhändler wachsen die Bäume nicht in den Himmel, Jedenfalls nicht für alle. Das hängt damit zusammen, dass, manche Stadt ins Abseits gerät, weil es viele Leute in die Metropolen und in andere größere Städte zieht. Auch der stürmisch wachsende Online–Handel ist nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung. Lobbyisten des Fachhandels fordern deshalb dass die Läden öfters auch am Sonntag öffnen dürfen. Begründet wird die Forderung damit, daß der Online-Handel ebenfaIIs am Sontag genutzt werden darf.

Trauerspiel

Warum lassen Menschen ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto liegen. Es gibt bestimmt viele gute Gründe. Wer nur überschaubar viel Erspartes besitzt und noch nicht weiß, wann er das Geld braucht, für den ist das Tagesgeld viel­leicht das Richtige. Wer demnächst investieren will, der hebt sich sein Geld auf dem Ta­gesgeldkonto vielleicht für später auf. Und wer schon mal mit einzelnen Ak­tien oder Fonds baden gegangen ist, der hat sich vielleicht geschworen, sein Geld nur noch auf dem Bankkonto zu lassen. Denn dort ist es sicher und jederzeit griffbereit.

Dank Trump

DBDIX ist wieder gefallen, er wird in Euro gemessen. Bezahlt werden die Diamant-Importe aber in US-Dollar. Und der Dollar hat gegenüber dem Euro so stark nachgegeben, wie es keiner am Jahresanfang erwartet hat. Damals sprach man noch von der Trump-Hausse. So wurde der Auf­schwung an den Finanzmärkten be­zeichnet, der mit der Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsiden­ten eingesetzt hatte. Doch inzwischen wenden sich die Märkte von ihm ent­täuscht ab.

Sind Sie Christ?

Nein, keine Sorge, Sie sollen jetzt kein Glaubensbekenntnis ablegen. Denn diese Frage hat nichts mit Ihrer religiösen Überzeugung zu tun, sondern vielmehr mit einer bekannten deutschen Juwelierkette, die seit 1863 am Markt aktiv ist. Wenn Sie die Frage also mit „Ja“ beantworten würden und damit Teil oder gar Inhaber dieser großen Juwelierkette wären, würde ich sagen: „Dann passen Sie gut auf, dass Sie den Anschluss an den E-Commerce nicht verpassen!“ Denn danach sieht es derzeit bei dem ehemals zu Douglas gehörenden Unternehmen aus. Zwei Vorstände, die sich für eine stärkere Online-Präsenz stark gemacht hatten, wurden geschasst.

Bargeld lacht nicht!

Bargeld scheint bei unseren Politikern im Moment nicht besonders beliebt zu sein. Die Ausgabe neuer 500-Euro-Scheine wird einge­stellt. Zudem denkt die Europäische Union über eine Obergrenze für Bar­zahlungen von 5000 Euro nach. Und seit 26. Juni 2017 dürfen zumindest anony­me Bargeld-Geschäfte nur noch bis 10 000 statt wie bisher bis 15 000 Euro abgeschlossen werden. Für all das gibt es immer Begründungen. Ins­besondere die Geldwäsche und die Terrorfinanzierung sollen bekämpft werden, indem der Staat die Geldbe­wegungen stärker kontrolliert. Nun ist die Bekämpfung von Kriminalität zweifellos ein wichtiges Anliegen.

Sonntags geschlossen!

Der Tenor unserer Umfrage ist eindeutig: Kein einziger der befragten Kolleginnen und Kollegen kann sich mit einer Ausweitung der Ladenöffnungszeiten anfreunden. Zu hoch sind die damit verbundenen Kosten und Verluste an Lebensqualität, zu unsicher die zu erwartenden Mehrumsätze. Dabei könnte doch alles so schön sein, ginge es nach den Vorstellungen der großen Kaufhauskonzerne im Land: Sie wollen mit ihrer jüngst ins Leben gerufenen "Initiative Selbstbestimmter Sonntag" dafür sorgen, dass die Ladenöffnungszeiten weiter liberalisiert werden.

Wichtig

Wer hätte sich noch vor fünf, sechs Jahren das folgende Szenario vorgestellt: Ein Goldschmied stellt auf seiner Facebook-Unternehmensseite einen Diamant-Ring vor, den er von nun an im Sortiment führt. Er lädt professionelle Fotos der einzelnen Varianten hoch und beschreibt sie mit passenden Kommentaren. Einer der zahlreichen „Follower“ des Kollegen, ein Kunde, klickt auf „Gefällt mir“ bei einem bestimmten Modell. Das wiederum bekommt ein Facebook-Kontakt dieses Kunden in seiner Timeline angezeigt. Er schaut sich den ursprünglichen Post des Goldschmieds an checkt noch kurz die Adresse auf der Webseite und betritt schließlich das Ladenlokal, um nach genau diesem Modell zu verlangen.

Sichere Bankkonten?

Ist das Geld bei den Banken noch sicher? Die Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige Finanzminister Peer Steinbrück mussten in den schlimmsten Tagen der Finanzkrise im Okto­ber 2008 eine Garantie für die Einla­gen deutscher Sparer abgeben. Damit war klar, dass ohne den Staat die Bank­einlagen nicht geschützt sind. Die Bankkonten sind nicht mehr sicher. Nun reduzieren die privaten Banken ihre freiwilligen Garantien. Privatkun­den sollen zwar geschont werden, aber wer will noch das Versprechen glau­ben, dass in einer Schieflage der Deut­schen Bank durch den Einlagensiche­rungsfonds des Bankenverbandes pro Kunde mehr als 11 Milliarden Euro ga­rantiert werden können.

ankauf3