Briefe des Herausgebers

Gewinner des Brexit

In einem Referendum haben 52% der Briten entschieden, die Europäische Gemeinschaft nach 43 Jahren zu verlassen. Egal, wie man diese Entscheidung politisch bewertet: Auf den Finanzmärkten steigt die Nervosität, hervorgerufen durch die Unsicherheit. Es wird jetzt noch schwieriger die zukünftigen Entwicklungen abzusehen. Was passiert in Großbritannien? Wird Schottland in einem zweiten Referendum Ihre Unabhängigkeit erklären und sich Europa anschließen?

Chancen wahrnehmen!

Unsere Umfrage zu den Verlobungsringen hat einen klaren Befund ergeben: der Markt honoriert Angebote, die auf den Kunden zugeschnitten sind. Individualität, Flexibilität und Originalität werden immer stärker nachgefragt. Der Trend geht eindeutig in Richtung Diversifizierung. Darauf müssen Kollegen reagieren. Sicher, das Geschäft mit Trauringen bleibt auch auf absehbare Zeit eine wichtige Säule gerade für die inhabergeführten Geschäfte.

Handys abschaffen?

Der Fünfhunderter wurde begraben, die Schmuckbranche stöhnt, aber die Europäische Zentral­bank beruhigt: „Im Euro­raum gelte weiter, Bares bleibt Wah­res.“ Aber warum wurde der Fünfhunderter abgeschafft? Yves Mersch, der für Bargeld zuständi­ge EZB-Direktor nennt drei Interessengrup­pen, die Bargeld abschaffen wollen: Das Recht-und-Ordnung-Lager, die Fi­nanz-Tech-Allianz und Alchemisten. Für die letzten stelle das Bargeld eine störende Hürde dar, da es verhindere, die Leitzinsen tief in den negativen Bereich zu senken.

Geistergeld

Dass die Wirtschaften am Kredittropf hängen, liegt an der weltweit hohen Ver­schuldung von Staaten. Die Staaten brauchen fließenden und billigen Kredit wie die Luft zum Atmen. Will die Geldpolitik den Kredit verknappen oder verteuern, droht ihnen der Erstickungstod. Die künstliche Beatmung der vom Er­stickungstod bedrohten Schuldner verhin­dert gesundes Wirtschaftswachstum.

Die ungleichen Schwestern

Die beiden so verschiedenen Messen in Basel und Freiburg werfen in diesem Jahr ähnliche Fragen auf: Wie lässt sich der Abwärtstrend stoppen und wie können neue Besucher und Ausstellergruppen gewonnen werden? Dadurch werden nicht nur Arbeitsaufträge an das Marketing formuliert, auch die Konzepte geraten so zwangsläufig auf den Prüfstand. Wie könnten die Antworten aussehen?

3,5%

Die hoch Verschuldeten Staaten brauchen fließenden und billigen Kredit wie die Luft zum Atmen. Will die Geldpolitik den Kredit verknappen oder verteuern, droht ihnen der Erstickungstod. Die künstliche Beatmung der vom Er­stickungstod bedrohten Schuldner verhin­dert gesundes Wirtschaftswachstum. Die Schuldner werden als „Untote" im Leben gehalten. Das Ergebnis ist dann Stagnation und Nullinflation. Wird nun der Kredit noch stärker ver­billigt, um nicht nur die vorhandenen Schuldner zu „beatmen", sondern neue zu schaffen, wird bestenfalls ein wirt­schaftliches Strohfeuer erzeugt.

Argumente pro Edelstein

Eine Handvoll Diamanten ist locker mehrere Millionen Euro wert. Gold wirkt daneben klobig und billig. Weil Edelsteine klein und handlich sind, einfach transportiert und deshalb in Notsituationen leicht am Körper getragen und außer Landes gebracht werden können, gelten sie als die ideale Fluchtwährung. Kriege, Katastrophen und die Angst vor Währungsreformen haben immer schon dazu geführt dass Diamanten, Schmuck, Edelmetalle und viele andere Sachwerte als Notgroschen gekauft wurden.

Falsche Scheine

Die Zahlen sind alarmierend. Über die Rekordmenge von 900 000 Eu­roblüten im Jahr 2015 dürften sich nur die Gauner freuen. Durch den schwunghaften Handel mit gefälsch­ten Scheinen oder Hologrammen im In­ternet ist es immer leichter geworden, zu fälschen oder Blüten zu verbreiten. Längst ist dies nicht mehr nur eine Sa­che von organisierten Banden. Heute könne im Grunde jeder Falschgeld in Umlauf bringen, heißt es sogar von of­fizieller Seite.

Aufwärtstrend

Gute Nachrichten: Die Wahrsager der Branche sagen für das gerade angefangene Jahr eine allgemeine Erholung voraus. Im Gesamtmarkt steigen laut einer neuen Studie der Messe Frankfurt die Ausgaben für Schmuck, Uhren und persönliche Accessoires von 9,6 Milliarden Euro in 2014 auf 10,7 Milliarden Euro jährlich bis zum Jahr 2019. Dabei wird der stationäre Einzelhandel auch in den nächsten Jahren die wichtigste Quelle für Verbraucher bleiben.

Starke Diamanten

Die aggressive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dient vor allem dazu, die Inflation in Europa wieder nach oben zu treiben. Doch die Rezeptur von Präsident Mario Draghi hat erhebliche Nebenwirkungen, und zwar ausgerechnet für das ihr anvertraute Jahrhundertprojekt Euro. Bei der Neugewichtung durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) musste nur der Euro Federn lassen.

Inhorgenta 2016

Aufatmen in der Branche: Die Inhorgenta München bleibt eine reine Fachmesse. Und das ist das richtige Signal, denn Publikumstage einzuführen, ist die falsche Lösung, um eine Fachmesse voran zu bringen. Doch warum musste erst DB aktiv werden, um diese Fehlentscheidung rückgängig zu machen? Angesichts der Tatsache, dass die Messe München mit rund 40 Fachmessen zu einem der weltweit führenden Messeveranstalter gehört, hat sich die Messeleitung mit ihren Überlegungen zur Öffnung für Konsumenten ihr eigenes Armutszeugnis ausgestellt.

Demnächst auch bei uns

Die erste Bank in der Schweiz nimmt jetzt negati­ve Zinsen, d.h. Sie erhalten keine Zinsen sondern müssen der Bank Zinsen auf Ihr Guthaben bezahlen. Die Konten werden als Girokonto, aber auch zum Parken größerer Geldbeträge verwendet. Es haben viele; aber nicht alle Kunden ihr Geld sofort abgehoben.

Mehr Fachbesucher

Ja, schon wahr, die Besucherzahlen auf Fachmessen gehen zurück. Auf den ersten Blick wirkt die Idee, die fehlenden Fachbesucher mit dem allgemeinen Publikum aufzufüllen, bestechend einfach. Mehr Leute, mehr Umsatz – zumindest auf den Onlineshops der großen Marken oder gleich unterm Ladentisch, da sind ein paar weniger Juweliere und Goldschmiede ja wohl zu verschmerzen.

Jetzt stimmen die Margen

Wer Wempe heißt oder Christ, den umgarnen die Key-Accounts der großen Marken. Kollegen aber, die nicht so viel Abverkauf garantieren können, werden von den Großen mit kleinen Margen abgespeist oder gar ganz von der Liste der Fachhändler getilgt. Das kann für den Betroffenen, nach einer Durststrecke, durchaus zu einem positiven Ende führen – wie die vielen Beispiele in den letzten beiden DBs beweisen. Je nach Umfeld, Lage und eigenen Fähigkeiten kann der Goldschmied vielfältige Wege beschreiten.

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