Am Donnerstag, 25. November, 9.15 Uhr wurde Juwelier Labisch/45128 Essen auf der Juliusstraße überfallen. Noch vor Geschäftsöffnung klopfte ein Mann an der Tür, des zwischen Huyssenallee und Rellinghauser gelegenen Geschäftes. Der Räuber trug ein blau/ gelbe Uniform, ähnlich wie die der Postboten und eine Strumpfmaske. Sofort nach Betreten des Geschäftes schlug und trat der bewaffnete Mann auf den Geschäftsinhaber ein. Nachdem er ihn gefesselt hatte entwendete er hochwertigen Schmuck aus den Auslagen und den Vitrinen. Nach wenigen Minuten flüchtete der etwa 1,8 m große und stämmige Täter in Richtung Opernplatz. Polizeibeamte fanden kurz darauf den Verletzten und sorgten für seinen Transport ins Krankenhaus. Die Fahndung nach dem brutalen Räuber verlief bislang ohne Erfolg. Zeugen, die vor oder nach der Tat den flüchtigen "Postboten" beobachtet haben, werden gebeten, sich unter Telefon 0201- 82 90 bei der Polizei zu melden. Auch werden zwei Frauen gesucht, die vermutlich während des Überfalles vor den Schaufenstern standen.
Es waren Szenen wie in einem Krimi, doch was sich hier in der Stuttgarter Innenstadt abspielte waren keine Dreharbeiten, sondern spektakuläre Realität: Tatort Königsstraße mitten in der belebten City:
Zunächst betritt ein Mann das dortige Juweliergeschäft Kutter/70173 Stuttgart und bittet einen der Angestellten nach draußen ans Schaufenster. Unmittelbar zu diesem Zeitpunkt stürmen zwei vermummte Räuber das Juweliergeschäft, bedrohen in gebrochenem Englisch die Angestellten und lassen sich unter Androhung einer Schusswaffe Vitrinen öffnen. Die Gangster raffen unzählige hochwertige Uhren in zwei Taschen und flüchten blitzartig über die Königstraße. Doch offenbar hatten diese nicht mit der Zivilcourage der Stuttgarter Bevölkerung gerechnet: Drei Passanten verfolgen die flüchtenden Männer die Aktion verläuft dramatisch, denn während der Verfolgung schoss einer der Flüchtenden sowohl in die Luft als auch in Richtung seiner Verfolger, um diese abzuhalten. Doch diesen gelang es trotzdem, zumindest einen der Gangster im Bereich der Kronprinzstraße zu fassen.
Der 31-jährige Mann konnten überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Bei der darauf folgenden Festnahme durch Polizeibeamte wenige Minuten nach dem Überfall wurde bei dem Tatverdächtigen auch eine der Taschen mit einem Teil der Beute sichergestellt. Zudem wurde in dem Bereich Hülsen einer Schreckschusswaffe sichergestellt. Andere aufmerksame Passanten gaben den Hinweis, ein oder zwei Täter seien in ein Geschäftsgebäude an der nahegelegenen Theodor-Heuss-Straße geflüchtet. Das Gebäude wurde daraufhin abgesperrt. Schwer bewaffnete und vermummte Spezialkräfte des SEK rückten an, um das Haus zu stürmen mit einem weiteren Erfolg: Ein Tatverdächtiger konnte in dem Gebäude festgenommen werden. Die festgenommen Tatverdächtigen sind 34 und 31 Jahre alt, stammen beide aus Estland. Sie werden mit Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart auf Erlass von Haftbefehlen am Freitag einem Richter vorgeführt. Die Fahndung nach einem dritten weiterhin flüchtigen Täter dauerte bis zum Abend an. Dazu war auch ein Polizeihubschrauber zur Fahndung in der Innenstadt eingesetzt.
Die Geschichte von den mutigen Zeugen, hat jetzt allerdings ein überraschendes Nachspiel: Die Polizei ermittelt gegen einen 36-jährigen Hilfsarbeiter wegen Unterschlagung. Er soll eine finanzielle Zuwendung des Juweliers, die seinem Kollegen zugedacht war, selbst eingesteckt haben und damit verschwunden sein.
Der 34-jährige Betroffene aus Untertürkheim konnte es gar nicht fassen. "Der hat mir nichts davon gesagt, dass er bereits am vergangenen Freitag beim Juwelier war und von ihm zwei Kuverts bekommen hatte", schimpft er. Die beiden Männer sind über eine Zeitarbeitsfirma an ein Unternehmen vermittelt worden, das derzeit die Elektroeinrichtungen beim Weihnachtsmarkt installiert. Zusammen hatten sie am 11. November in ihrer Mittagspause einen 31-jährigen Esten dingfest gemacht, einen von drei Tätern, die Uhren im Wert von mehreren Hunderttausend Euro erbeutet hatten. Sie hatten sich dabei auch von Schüssen nicht abschrecken lassen.
Doch hinterher scheint sich jeder selbst der Nächste zu sein: Am Mittwoch meldete sich der 36-Jährige vom Elektroinstallateur ab, kehrte in seine Heimat in Norddeutschland zurück. Als der 34-Jährige am selben Abend beim Juwelier vorstellig wurde, erfuhr er erstmals von besagtem Kuvert. Der Kurzzeitkollege war nicht mehr zu erreichen. Der 36-Jährige hatte sich zuvor noch öffentlich beklagt, dass es von der Polizei keinen Dank für seinen Einsatz gegeben habe. Der nächste Kontakt dürfte unerfreulicher sein - der Hilfsarbeiter wird als Beschuldigter geführt, nachdem der 34-Jährige Anzeige gegen ihn erstattet hat.
Dem Juwelier ist der Fall höchst unangenehm. "Dabei war das noch gar nicht die Belohnung, sondern nur ein kleiner Betrag als erstes kleines Mini-Dankeschön, auf den Schreck am Tag danach", sagt Geschäftsführer Jochen Möhrle.
Alle Zeugen - die beiden Hilfsarbeiter, aber auch drei Studenten sowie ein Referendar - "haben fantastisch reagiert und gehandelt", sagt Möhrle. Immerhin konnten so alle 63 geraubten Uhren sichergestellt werden. Um die Wertschätzung des Unternehmens für die Zivilcourage auszudrücken, bereite man eine größere Dankesaktion vor, bei der es einen "namhaften Bargeldbetrag und einen hochwertigen Gutschein" geben werde. Gedacht sei auch an eine Einladung zu einer eigenen Veranstaltung.
Der treulose Zeuge dürfte durch die polizeilichen Ermittlungen wegen Unterschlagung davon aber nichts mehr zu sehen bekommen: "Damit", sagt Geschäftsführer Möhrle, "hat er sein Glück verspielt."
Filmreifer Überfall auf ein Juweliergeschäft in Charlottenburg am Nachmittag des 05.11.10. Vier maskierte Männer stürmten in den Laden Luxus4You/10719 Berlin in der Lietzenburger Straße. Mit vorgehaltenen Pistolen zwangen die dreisten Räuber den Inhaber und seine Angestellten, sich auf den Boden zu legen. Dann zertrümmerten die Männer mehrere Vitrinen, entwendeten Uhren und Schmuck. Zudem raubten die Maskierten Bargeld. Nach DB-Informationen soll sich die Beute auf etwa eine Million Euro belaufen. Mit der Beute flüchteten die Räuber in die gegenüberliegende Emser Straße in Richtung Pariser Straße. Der Inhaber und seine Angestellten blieben unverletzt. Mit Motorrädern flüchteten die Räuber nach ihrem Coup mit einem Roller und einem Motorrad in die gegenüberliegende Emser Straße in Richtung Pariser Straße.
Beide Maschinen wurden kurz nach dem Raub von Anwohnern in einem Innenhof in der Pfalzburger Straße entdeckt. Die Krafträder wurden vor vier Wochen in Charlottenburg und Schöneberg gestohlen.
Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden. Die Räuber werden alle wie folgt beschrieben: Sie sollen zwischen 25 und 30 Jahre alt sein, mittlere Größe und sportliche Staturen haben.
Innerhalb eines Jahre wurde Herbert Kistler in seiner Wetziker Goldschmiede zweimal mit einer Waffe bedroht und ausgeraubt. Nun überlegt er sich, sein Geschäft aufzugeben.
Verprügelt, gefesselt, ausgeraubt: Ein Szenario, das man aus Filmen kennt, hat sich am 22.10.2010 am helllichten Tag im Zentrum Oberwetzikon in der Goldschmiede Herbert Kistler/CH-8620 Wetzikon zugetragen. Zwei Räuber, die sich als Kunden ausgaben, schlugen ihn nieder und raubten sein Geschäft aus (wir berichteten). Dabei kamen nicht nur Wertgegenstände abhanden, sondern auch das Sicherheitsgefühl des Betroffenen, der bereits vor einem Jahr überfallen wurde. «Wenn man zweimal ausgeraubt und mit einer Waffe bedroht wurde, dann zerbricht das Sicherheitsgefühl unweigerlich», sagt Herbert Kistler. Jeder unbekannte Kunde, der vor der Tür stehe, sei für ihn nun ein potenzieller Räuber.
Dabei hat Kistler jede mögliche Sicherheitsvorkehrung getroffen. Wer ins Geschäft will, muss klingeln. Und dank Videokameras kommt niemand unerkannt hinein. Er öffnete die Tür auch beim Überfall. Zunächst klingelte der eine Täter, der unverdächtig ausgesehen habe und daher ohne zu zögern hereingelassen wurde. Er sprach in gebrochenem Englisch mit dem Goldschmied. «Ich verstand praktisch nichts», erinnert sich Kistler. Dann stand plötzlich ein zweiter Mann mit grossem Rucksack vor der Tür. Kistler schöpfte Verdacht und winkte ab, liess den zweiten nicht hinein. Kurzerhand zückte der Mann am Thekentisch seine Pistole, sprang um die Theke und schlug Kistler zu Boden, bevor er seinen Kumpanen hineinliess. Dann wurde Kistler gefesselt und dessen Mitarbeiterin genötigt, den Tresor zu öffnen, um sie danach auch zu fesseln. Ein stiller Alarm war zwar längst rausgegangen. «Es dauerte aber extrem lange, bis die Polizei auftauchte», sagt Kistler. «Die Täter waren längst über alle Berge.»
Er rief nach dem Überfall auch auf die Nummer 117 an, hing zunächst mehrere Minuten in der Warteschlaufe. Als jemand den Anruf entgegennahm, hiess es: «Moment, ich verbinde Sie.» Kistler kommentiert: «Die Polizei ist daran unschuldig, sie hat ihren Möglichkeiten entsprechend gearbeitet. Das ist ein politisches Problem. Und die Politik hat versagt. Die Leute können sich in unserem Land nicht sicher fühlen.» Er kenne viele Leute, die ihren Schmuck aus Angst nicht mehr tragen würden, ihn nicht mal mehr zuhause aufbewahren. «Oder sie haben ihn bei einem Einbruch bereits verloren.»
Für ihn ist der emotionale Schaden der schlimmste, auch wenn er die gesamte Eheringkollektion verloren hat, die er nun wie schon letztes Jahr - sofern er überhaupt weitermacht - in monatelanger Arbeit rekonstruieren muss. «Und mein eigenes zerstörtes Sicherheitsgefühl ist nur ein Teil des Problems», erklärt er. «Meine Frau sitzt zuhause und bangt jeden Tag um ihren Mann.»
Seine Gattin Bianca Kistler bestätigt das. «Ich habe Angst um meinen Mann. Beim ersten Überfall kam er körperlich unversehrt nach Hause. Beim zweiten wurde er zusammengeschlagen. Was, wenn es einen dritten Überfall gibt? Wird er dann überhaupt noch nach Hause kommen?» Für Kistler wird diese Angst vermutlich Konsequenzen haben. «Ich kann nicht verantworten, dass meine Familie zuhause Angstzustände hat, während ich hier arbeite. Vermutlich werde ich nicht so weitermachen.» Er zieht verschiedene Möglichkeiten in Betracht: Einen Umzug, eine komplette Schliessung oder nur noch Arbeiten auf Anfrage entgegenzunehmen. «Die Kunden würden das vermutlich nicht verstehen», meint er. Vorerst könne er nun keine Aufträge mehr entgegenehmen. «Ich muss die Kollektion wiederherstellen. Das Geschäft wird bis auf Weiteres geschlossen bleiben.»
Der Wert des Schmuckes wird ihm voraussichtlich von der Versicherung zurückerstattet, dazu ist ein Betrag für die Umsatzeinbusse zu erwarten. Vom letzten Überfall weiss er allerdings, dass er mit dem Fund von Schmuckstücken aus seiner Kollektion nicht rechnen kann. «Die werden vermutlich irgendwo im ehemaligen Ostblock ganz weiterverkauft. Geschmolzen hätte das Material praktisch keinen Wert mehr. Das sind nur ein paar hundert Gramm Gold.» Kistler vermutet, dass die Täter vom Freitag zur selben Gruppe gehörten, wie schon jene vor einem Jahr. Der Goldschmied meint: «Diese Typen wussten vermutlich, dass ihre Vorgänger vor einem Jahr leichtes Spiel hatten und versuchten deshalb erneut bei mir ihr Glück.» Dieses Mal besteht allerdings eine gewisse Möglichkeit, dass die Täter aufgespürt werden. Dank der Videokameras existieren klare Bilder mit Ganzkörperaufnahmen der beiden Täter.
Am frühen Sonntagmorgen, 24.10.10 ist die Goldschmiede von Meike Domsky/26789 Leer ein Ziel unbekannter Täter geworden. Gegen 6 Uhr haben diese, mit einem bislang unbekannten Gegenstand, eine Scheibe des Geschäfts eingeworfen. "Gestohlen wurde aber nichts", sagte die Kollegin.
Das war allerdings nur einem glücklichen Umstand zu verdanken. Denn die Täter kamen nicht an die dahinter liegende Vitrine heran. In der lag der Goldschmuck. Die Täter hatten sich somit ohne Beute aus dem Staub gemacht. Es war nach Angabe der Kollegin bereits der vierte Einbruch in die Goldschmiede.